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17.3.2010 : 20:58 : +0100

Zwei Beispiele

Kraniocephaloklast nach Zweifel am Kindskopf.

Kephalothrypsie des nachfolgenden Kopfes. Das Gehirn tritt durch den eröffneten Rückenmarkskanal aus.

Ziel der zerstückelnden Operationen

Während die Wendung auf die Füße oder auf den Kopf, die operativen Entbindungsmethoden mit der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterZange, die Erweiterung des mütterlichen Beckens und der Kaiserschnitt an der Lebenden dazu dienten, neben der Erlösung der Mutter aus schweren Geburtskomplikationen auch das Leben des Kindes zu erhalten, wurden bei den sogenannten zerstückelnden Operationen (Kraniotomie/Perforation und Embryotomie) immer nur tote Kinder entwickelt. Sei es, dass das Kind schon vor dem Eingriff tot war, oder dass es gar durch den Eingriff selbst getötet wurde. Dies konnte notwendig werden, wenn sich die Geburt so schwierig gestaltete, dass das Kind geopfert werden musste, um das mütterliche Leben zu erhalten. F. C. Naegele führte die Problematik in seiner 1847 erschienenen Schrift "Zur Methodologie der Geburtshülfe" auf einen Punkt:

"Kurz: der Tod von Mutter und Kind ist der gewöhnliche Ausgang der wegen fehlerhafter Kindeslage für die Naturkräfte unvollendbaren Geburten, wenn sie sich selbst überlassen bleiben."

Ziel der zerstückelnden Operationen war, das Geburtshindernis durch Verkleinerung des "Geburtsobjektes" zu überwinden. Die häufigsten Fälle, die dazu eine Indikation lieferten, waren räumliches Missverhältnis zwischen kindlichem Kopf und mütterlichem Becken, Beckenendlagen, bei denen das Kind bzw. dessen Kopf im mütterlichen Becken eingekeilt lag und andere für die Geburt ungünstige Kindslagen.

Um das Ziel der Verkleinerung des "Geburtsobjektes" zu erreichen, wurde der Kopf des Kindes perforiert und enthirnt (Kraniotomie). In Fällen, die dies nicht zuließen oder in denen die Perforation nicht ausreichte, wurde sogar der Kopf abgetrennt oder der kindliche Körper eröffnet und die Eingeweide herausgezogen (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterEmbryotomie/Embryulcia).

Die Instrumente der Greifswalder Sammlung stammen im Wesentlichen aus dem 19. Jahrhundert und waren bis weit in das 20. Jahrhundert hinein im Einsatz. Daher wird im folgenden auch auf die über die Jahrzehnte wechselnden Indikationen wie auf die wechselnden Instrumente eingegangen. Für ein tiefergehendes Verständnis dieser Instrumente, die aus heutiger Sicht so grausam scheinen, soll vorab ein Überblick über die Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterGeschichte der zerstückelnden Operationen gegeben werden.