"Galeazange"
Die Kopfschwartenzange (Galeazange) wurde im Jahre 1925 vom englischen Geburtshelfer I. A. Willet unter dem Namen "Scalp-Forceps" erstmalig vorgestellt. Ihr Anwendungsgebiet waren Blutungen bei Plazenta praevia partialis. Die Kopfschwartenzangen der Greifswalder Sammlung sind Parallelentwicklungen des deutschen Geburtshelfer C. J. Gauß, dem das englische Instrument nicht bekannt war.
Bezüglich seiner Zange und der Plazenta praevia schreibt Gauß:
"...musste unser Streben in erster Linie darauf gerichtet sein, den Kopf nach der Blasensprengung auf den Muttermund herabzuleiten und ihn dort mit einer ausreichenden Kraft gegen die blutende Placentahaftstelle zu fixieren. Diese Aufgabe suchte ich dadurch zu lösen, dass ich den im Muttermund eingestellten Teil der Kopfschwarte mit einem dafür geeignetem Instrument packte und diese "Kopfschwartenzange" sodann mit einem ausreichenden, über eine Rolle geleiteten Zuggewicht von 500 - 1000 g beschwerte. Der Erfolg pflegt bei richtig ausgesuchten Fällen prompt einzutreten: Aufhören der Blutungen, Einsetzen kräftiger Wehen, fortschreitende Erweiterung des Muttermundes und Spontangeburt in Schädellage".


