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19.3.2010 : 17:54 : +0100

Geburtshilfliche Hebel

Der Hebel wurde zur Stellungsverbesserung des Kopfes oder bei seiner verzögerten Geburt eingesetzt. Meist sollte er auf einen im Beckeneingang festgekeilten Kopf freihebeln. Seine Anlegung war dabei wie die der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterZange, das Hebelblatt wurde unter Führung einer Hand an den Kopf des Kindes angelegt, um durch Bewegungen des Hebels den Kopf frei zu hebeln und in das Becken hineinzuführen. Ursprünglich wurde der Hebel mit der konvexen Seite zum Schädel und der konkaven Seite zur Symphyse tief eingeführt und erst anschließend gedreht. Das zog zwangsläufig häufig schwere Verletzungen der Mutter (Herausreißen der Harnröhre) und auch des kindlichen Kopfes nach sich. Dabei wurde er teils als Zug-, teils als Druckinstrument genutzt. Eine mit dem Hebel korrigierte Fehlstellung des Kopfes blieb nach Entfernung des Hebels noch vor der Kopfgeburt oft ohne Erfolg, da sich der Kopf aufgrund der vorhandenen anatomischen Verhältnisse bald wieder in die "Ausgangsstellung" zurückbewegte. Auch ein Heraushebeln des Kopfes musste wegen der engen Verhältnisse oftmals erfolglos bleiben.

Rundgang

Hebel nach R. Roonhuyzen

geburtshilflicher Hebel

nicht eindeutig identifiziert

Hebel nach F. B. Osiander

Heute kann man davon ausgehen, dass die geburtshilflichen Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterZangen und Hebel parallel entwickelt wurden, wobei sich bei fast identischen Indikationen die Zangen durchgesetzt haben. Immerhin haben sich die Hebel fast zweihundert Jahre halten können. Wenn gleich man schon Mitte des 19. Jahrhunderts den euphorischen Berichten über die Erfolge der Hebel auch wegen der schweren mütterlichen Verletzungen kaum Glauben schenkte, so sind sie aus der Entwicklung der geburtshilflichen Operationen, wenn auch als falscher Weg, nicht wegzudenken. So F. W. Scanzoni 1853:

"... obgleich es uns keineswegs in den Sinn kommt, jeden derartigen Erfolg geradezu in Abrede zu stellen, obgleich wir es dankend anerkennen müssen, dass mit Einführung des Hebels in die geburtshilfliche Praxis diese durch Verdrängung der sonst so häufigen blutigen Operationen in eine neue erfreulichere Aera trat."

 

 

Roonhuyzen und seine Schüler nutzten den Hebel als Druckinstrument, indem sie ihn an das Hinterhaupt anlegten und die Symphyse als Widerlager nutzend, den Hebel sogar gelegentlich bis auf die Bauchdecke umlegten.